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| 14. September 2008 | 16:26
Feriengefahren - Satire
Wer jetzt vom Urlaub zurückkommt, kann viel erzählen.
Christina war in Brasilien, hatte eine Affäre mit ihrem Reiseleiter, bekam nach zwei Wochen Malaria und vergaß auf der Rückfahrt ihre japanische Videokamera. Hans, der auf Kuba war, hatte eine Affäre mit der Frau seines Reiseleiters, der ihm deswegen die neue, japanische Videokamera um die Ohren schlug, so dass Hans sich fühlte, als hätte er Malaria.
Nur Fridolin in Italien hatte keine Malaria, hatte auch keine Urlaubsaffäre und besitzt sogar immer noch eine funktionsfähige Videokamera, weil seine Frau, die mit dem Reiseleiter und der ganzen Reisekasse durchbrannte, wenigstens die japanische Videokamera zurückließ.
Ich selbst war zwar schon hier und dort und auch weiter weg, aber was da mancher von seinen Urlaubsabenteuern berichtet, da kann ich nicht mithalten. Mein Freund Karl ist so einer. Überall ist er schon gewesen. In seinem großen Urlaubs-Fotoalbum sieht man ihn auf einem Kamel vor den ägyptischen Pyramiden oder wie er gerade Brotzeit auf der Chinesischen Mauer macht. Ja, es gibt sogar ein Foto, wo der Karl mit dem sagenumwobenen Yeti-Menschen im Himalaya Schlitten fährt.
"Eine tolle Fahrt", sagt der Karl jedesmal, wenn er das Foto zeigt, und dass der Yeti ein Pfundskerl sei und überhaupt nicht so, wie sie in den Zeitungen über ihn schreiben.
Wenn man all die Fotos sieht, die der Karl auf seinen Reisen gemacht hat, da würde man am liebsten gleich losfahren, weit weg, nach Nepal oder auf die Bermudas. Aber dann berichtet Karl von all den Gefahren und Schrecken, die den Reisenden überall erwarten.
Von Abenteuersafaris zu mysteriös niedrigen Preisen, und erst im Kochtopf eines Eingeborenenstammes merkt der ahnungslose Tourist, dass das Angebot deshalb so günstig war, weil das Reiseunternehmen am Rückflugticket gespart hat.
Und in China, so erzählt der Karl mit warnender Stimme, da gäbe es chinesische Räuberbanden, die den Reisenden ausraubten bis aufs Hemd und dessen Reisekasse in billigen chinesischen Kneipen verprassten.
Und in Indien, da gäbe es indische Räuberbanden, die den Reisenden ausraubten bis aufs Hemd und dessen Reisekasse in billigen indischen Kneipen verprssten.
Ja, soger in Amerika, da gäbe es amerikanische Räuberbanden ...
Aber das will ich dann gar nicht mehr hören. Da mach ich nächstes Jahr doch lieber wieder Urlaub an einem bayerischen See. Wie jedes Jahr.
Christina war in Brasilien, hatte eine Affäre mit ihrem Reiseleiter, bekam nach zwei Wochen Malaria und vergaß auf der Rückfahrt ihre japanische Videokamera. Hans, der auf Kuba war, hatte eine Affäre mit der Frau seines Reiseleiters, der ihm deswegen die neue, japanische Videokamera um die Ohren schlug, so dass Hans sich fühlte, als hätte er Malaria.
Nur Fridolin in Italien hatte keine Malaria, hatte auch keine Urlaubsaffäre und besitzt sogar immer noch eine funktionsfähige Videokamera, weil seine Frau, die mit dem Reiseleiter und der ganzen Reisekasse durchbrannte, wenigstens die japanische Videokamera zurückließ.
Ich selbst war zwar schon hier und dort und auch weiter weg, aber was da mancher von seinen Urlaubsabenteuern berichtet, da kann ich nicht mithalten. Mein Freund Karl ist so einer. Überall ist er schon gewesen. In seinem großen Urlaubs-Fotoalbum sieht man ihn auf einem Kamel vor den ägyptischen Pyramiden oder wie er gerade Brotzeit auf der Chinesischen Mauer macht. Ja, es gibt sogar ein Foto, wo der Karl mit dem sagenumwobenen Yeti-Menschen im Himalaya Schlitten fährt.
"Eine tolle Fahrt", sagt der Karl jedesmal, wenn er das Foto zeigt, und dass der Yeti ein Pfundskerl sei und überhaupt nicht so, wie sie in den Zeitungen über ihn schreiben.
Wenn man all die Fotos sieht, die der Karl auf seinen Reisen gemacht hat, da würde man am liebsten gleich losfahren, weit weg, nach Nepal oder auf die Bermudas. Aber dann berichtet Karl von all den Gefahren und Schrecken, die den Reisenden überall erwarten.
Von Abenteuersafaris zu mysteriös niedrigen Preisen, und erst im Kochtopf eines Eingeborenenstammes merkt der ahnungslose Tourist, dass das Angebot deshalb so günstig war, weil das Reiseunternehmen am Rückflugticket gespart hat.
Und in China, so erzählt der Karl mit warnender Stimme, da gäbe es chinesische Räuberbanden, die den Reisenden ausraubten bis aufs Hemd und dessen Reisekasse in billigen chinesischen Kneipen verprassten.
Und in Indien, da gäbe es indische Räuberbanden, die den Reisenden ausraubten bis aufs Hemd und dessen Reisekasse in billigen indischen Kneipen verprssten.
Ja, soger in Amerika, da gäbe es amerikanische Räuberbanden ...
Aber das will ich dann gar nicht mehr hören. Da mach ich nächstes Jahr doch lieber wieder Urlaub an einem bayerischen See. Wie jedes Jahr.
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